Gottesdienst zum Ehejubiläum
In der schön mit Sonnenblumen geschmückten Marienkirche feierten 23 Jubelpaare am Sonntag ihr Ehejubiläum aus der Pfarreien-gemeinschaft Harrling-Zandt-Altrandsberg und dankten Gott für viele gemeinsame Jahre. Der Kirchenchor Zandt um Angelika Zollner und Bernhard Preischl, an der Orgel Maria Schießl, umrahmten die Feier, die von Pfarrer P. Joseph MSFS zelebriert wurde. Mit ihren 65.Ehejubiläum – der „Eisernen Hochzeit“ - waren Erwin und Maria Schnitzbauer aus Zandt das am längsten verheiratete Paar.
„Liebe Jubelpaare, die ihr euch vor vielen Jahren das „Ja-Wort“ geschenkt habt, begrüße ich ganz herzlich“ so der Priester in seiner Begrüßung. „Heute dürfen Sie in Dankbarkeit zurückschauen und Gott Dank sagen für die lebenslange Liebe und Treue, die Sie einander geschenkt haben und erfahren durften. Schön, dass Sie heute nochmals in die Kirche gekommen sind, um sich an ihr gegebenes „Ja“ Wort und an ihre Hochzeit zu erinnern.
Die zwei Lesungen trugen Martina Egger vor.
In seiner Predigt erzählte der Priester von einer Frau, die sich ihre Hochzeitsmesse erinnerte, an die schön geschmückte Kirche, an die Orgelmusik und den Gesang. Aber, so sagte sie, ich habe übersehen, dass sich in der Kirche auch ein Kreuzweg befand!
Liebe Ehepaare! Auch Sie mussten irgendwann nach dem Hochzeitstag die Erfahrung machen, dass der gemeinsamen Weg immer wieder über Kreuzwegstationen führt. Das Glück pur, das Sie sich vielleicht am Anfang Ihrer Liebe erträumten, gibt es nicht. Freud und Leid sind im Leben oft nahe beisammen. Wir Menschen sehnen uns nach dem reinen Glück. Doch sind Freud und Leid, Positives und Negatives gerade im Ehe- und Familienleben wie Geschwister, die meist nur paarweise vorkommen.
Unter Glück verstehen wir ein schmerzfreies Leben, ohne Beschwerden, ohne Konflikte und Einschränkungen, ein Leben im materiellen Überfluss.
Und wie schnell fühlt sich der Mensch dann angesichts solch eines Glücksbegriffs vom Leben überfordert, weil die Wirklichkeit eine andere ist. Zu hohe Erwartungen an den anderen und die zu rasche Enttäuschung übereinander sind das Ergebnis. Wie schnell wird aus einer so starken Glückssehnsucht die Erfahrung von Unglück.
Man trennt sich dann, wenn das Miteinander nicht mehr klappt, wenn Probleme und Krisen gehäuft auftreten. Man trennt sich, weil man keinen Spaß, keine oder zu wenig Freude miteinander hat.
Liebe Ehejubilare, auch Sie haben gewiss auf Ihrem Weg Sorgen und Konflikte durchstehen müssen, sie haben sich gegenseitig getragen und ertragen und wohl aneinander gerieben. Vielleicht waren Sie manchmal ratlos und wussten nicht, wie es gemeinsam weitergehen würde. Und dennoch sind Sie beisammen geblieben und haben Sie sich gegenseitig die Treue gehalten.
Die kleinen und großen Schmerzen und Konflikte im Alltag einer ehelichen Beziehung können zermürben. Negative Gefühle entstehen im Inneren. Es schmerzt etwa, wenn der Ehepartner eigene Wege geht, sich verschließt und abkapselt. Es tut weh, wenn im Alltag Liebe und Anerkennung ausbleiben, wenn unterschiedliche Charaktere mit Emotionen aufeinanderprallen.
Andererseits hat der Herr das eheliche Miteinander im Sakrament der Ehe geheiligt. Das bei der Eheschließung gegebene Ja-Wort der Eheleute ist ein prophetisches Wort des Herrn, das gerade den schwierigen Situationen des Miteinanders gilt. Das Ja-Wort der Eheleute im Trau-Ritus ist die Zusage des Herrn, auch dann noch gegenwärtig zu sein, wenn ein Partner auf den anderen hin Mut und Vertrauen verliert. Das Ja-Wort des Trau-Ritus verheißt auf Seiten des Herrn: Ich, der Herr, bin da, bleibe euch nahe.
Liebe Ehejubilare, weil Christus die Ehe als Sakrament geheiligt hat, sind negative Erfahrungen im Miteinander nur eine Seite der Realität, eben nicht die ganze Realität. Hinter negativen Erfahrungen kann sich ein Weg auftun. Machen Sie mit diesen Ihren Erfahrungen der jungen Generation Mut. Die Jugend braucht Ihr Zeugnis, dass der Weg der ehelichen Gemeinschaft trotz aller Beschwerden ein guter Weg ist. Begleiten Sie die jungen Menschen in Ihrer Familie mit einem solchen Erfahrungsschatz.“
Anschließend sprach P.Joseph den Segen über die Paare, die sich vor vielen Jahren und auch im vergangenen Jahr das „Ja-Wort“ geschenkt hatten und besprengte sie mit Weihwasser. „Der Herr segne und behüte Euch!“
Am Ende der Feier gratulierte Erna Baumgartner in Vertretung der Pfarreiengemeinschaft Harrling-Zandt-Altrandsberg den Ehepaaren zum Jubiläum. „Ich wünsche Euch weiterhin dass ihr gesund und glücklich bleibt und noch viele schöne Momente gemeinsam erleben dürft. Möge Gott Eure Ehe weiterhin segnen und Euch immer beistehen.“ Dankesworte richtete Frau Baumgartner an P. Joseph für die schöne Feier, sowie für die Predigt und dem Kirchenchor für die schönen Lieder.
Pater Joseph überreichte nun jedem Paar eine rote Rose und gratulierte herzlich zum Jubiläum.
Nun waren alle Jubelpaare ins Gasthaus Landstorfer zum Mittagessen eingeladen.
Text und Foto: Rosi Stelzl
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